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Rechtliches / Datenschutz 6 Min. Lesezeit Veröffentlicht am 15. März 2026
Rechtliches / Datenschutz

Bewerbungskosten von der Steuer absetzen —
so geht's

Bewerbungskosten sind Werbungskosten. Das heißt: Du kannst sie von der Steuer absetzen — vom Bewerbungsfoto bis zum professionellen Bewerbungsservice. Hier erfährst du, wie.

Autor: myjobhub Redaktion Lesedauer: ca. 6 Minuten Kategorie: Rechtliches / Datenschutz Stand: 15. März 2026

Einleitung: Warum Bewerbungskosten ein Steuer-Thema sind

Bewerbungskosten sind in Deutschland als Werbungskosten nach § 9 EStG steuerlich absetzbar — unabhängig davon, ob du die Stelle bekommst, und unabhängig davon, ob du dich aus einer Beschäftigung heraus oder aus der Arbeitslosigkeit bewirbst. Absetzbar sind Bewerbungsfotos, Druckkosten, Porto, Fahrtkosten zum Vorstellungsgespräch sowie professionelle Bewerbungsservices. Die gute Nachricht: All das ist steuerlich absetzbar.

Das Finanzamt erkennt Bewerbungskosten als Werbungskosten nach §9 EStG an. Das gilt unabhängig davon, ob du die Stelle bekommst oder nicht — und unabhängig davon, ob du dich aus einer Beschäftigung heraus oder aus der Arbeitslosigkeit bewirbst.

Trotzdem nutzen viele Bewerber diese Möglichkeit nicht — weil sie nicht wissen, was absetzbar ist, oder weil sie keine Belege sammeln. Dieser Artikel erklärt beides.

Was sind Bewerbungskosten?

Bewerbungskosten sind alle Ausgaben, die im direkten Zusammenhang mit der Jobsuche stehen. Das Finanzamt fasst den Begriff weit: Nicht nur die offensichtlichen Kosten wie Porto und Bewerbungsmappen zählen, sondern auch digitale Ausgaben, Dienstleistungen und Fahrtkosten.

Entscheidend ist der Zusammenhang: Die Ausgabe muss nachweisbar der Jobsuche dienen. Ein neuer Anzug für das Vorstellungsgespräch? Schwierig, weil er auch privat getragen werden kann. Die Zugfahrt zum Vorstellungsgespräch? Eindeutig absetzbar.

„Bewerbungskosten sind Investitionen in deine berufliche Zukunft — und das Finanzamt beteiligt sich daran."

Steuerliche Grundlage: §9 EStG

Was kann man absetzen? — Die vollständige Liste

Hier die wichtigsten Kostenpunkte, die du in deiner Steuererklärung als Werbungskosten geltend machen kannst:

  • Professionelle Bewerbungsservices: Kosten für Lebenslauf-Erstellung, Anschreiben, Bewerbungscoaching — z. B. die Pakete von myjobhub
  • Bewerbungsfotos: Kosten beim Fotografen (inkl. Anfahrt zum Fotostudio)
  • Fahrtkosten zu Vorstellungsgesprächen: 0,30 € pro Kilometer (einfache Strecke) oder tatsächliche Kosten für Bahn/Flug
  • Übernachtungskosten: Wenn das Vorstellungsgespräch eine Übernachtung erfordert
  • Porto und Versandkosten: Für schriftliche Bewerbungen per Post
  • Bewerbungsmappen und Druckkosten: Papier, Tinte, Mappen, Klarsichthüllen
  • Telefonkosten: Anteilig für bewerbungsbezogene Gespräche
  • Internetkosten: Anteilig, wenn du dich online bewirbst (Nachweis nötig)
  • Fachliteratur und Weiterbildung: Bücher, Online-Kurse, die direkt mit der Bewerbung zusammenhängen
  • Arbeitsmittel: USB-Sticks, Druckerpatronen, Briefumschläge
Wichtig

Pauschale oder Einzelnachweis?

Für Bewerbungen per Post akzeptieren viele Finanzämter eine Pauschale von ca. 8,50 € pro Bewerbung (Mappe, Druck, Porto). Für Online-Bewerbungen liegt die akzeptierte Pauschale bei ca. 2,50 € pro Bewerbung. Wenn deine tatsächlichen Kosten höher sind — z. B. durch einen Bewerbungsservice — lohnt sich der Einzelnachweis mit Belegen.

Wie viel spart man wirklich?

Die Ersparnis hängt von deinem persönlichen Steuersatz ab. Als Faustregel: Du bekommst zwischen 25 % und 42 % deiner Bewerbungskosten über die Steuer zurück — je nach Einkommen.

Bei einem Jahreseinkommen von 45.000 € brutto liegt der Grenzsteuersatz bei etwa 35 %. Das bedeutet: Von 500 € Bewerbungskosten bekommst du rund 175 € zurück. Bei höheren Einkommen steigt der Satz auf bis zu 42 % (plus Soli und ggf. Kirchensteuer).

Wichtig: Bewerbungskosten werden nur berücksichtigt, wenn sie zusammen mit deinen anderen Werbungskosten den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € (Stand 2026) übersteigen. Wenn du ohnehin Fahrtkosten zur Arbeit, Fortbildungen oder andere Werbungskosten hast, erreichst du diese Grenze schnell.

Beispielrechnung: Was ein Bewerbungsprozess kostet — und was zurückkommt

Beispiel: 10 Bewerbungen mit Profi-Service

myjobhub Pro-Paket (CV + Anschreiben + Optimierung)249 €
Bewerbungsfotos beim Fotografen85 €
2 Fahrten zu Vorstellungsgesprächen (je 120 km)72 €
1 Übernachtung (Vorstellungsgespräch in anderer Stadt)95 €
8 Online-Bewerbungen (Pauschale à 2,50 €)20 €
2 Bewerbungen per Post (Pauschale à 8,50 €)17 €
Gesamte absetzbare Bewerbungskosten538 €

Bei einem Grenzsteuersatz von 35 % ergibt das eine Steuererstattung von ca. 188 €. Das Pro-Paket kostet dich effektiv also nicht 249 €, sondern rund 162 €.

Belege und Nachweise — was das Finanzamt sehen will

Das Finanzamt verlangt bei Einzelnachweisen Belege. Sammle sie von Anfang an — nachträglich ist es oft schwer, alles zusammenzubekommen.

  • Rechnungen: Für jeden Bewerbungsservice, Fotografen, Druckservice etc. Die Rechnung von myjobhub bekommst du automatisch per E-Mail und im Portal.
  • Fahrtenbuch oder Aufstellung: Datum, Ziel, Anlass und Kilometerzahl für jede Fahrt zum Vorstellungsgespräch
  • Einladungsschreiben: Kopien der Einladungen zu Vorstellungsgesprächen als Nachweis für Fahrt- und Übernachtungskosten
  • Bewerbungsübersicht: Eine Liste aller Bewerbungen mit Datum, Firma und Art (online/Post) — besonders bei Nutzung der Pauschale
  • Kontoauszüge: Als zusätzlicher Nachweis für digitale Zahlungen
Praxis-Tipp

Die myjobhub-Rechnung als Beleg

Jede Buchung bei myjobhub erzeugt automatisch eine ordnungsgemäße Rechnung mit ausgewiesener Leistungsbeschreibung. Diese Rechnung kannst du direkt als Werbungskosten-Beleg in deiner Steuererklärung verwenden — unter „Bewerbungskosten" oder „Sonstige Werbungskosten".

Achtung

Keine Steuerberatung

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Die genannten Pauschalen und Regelungen können sich ändern. Bei Unsicherheiten wende dich an einen Steuerberater oder dein zuständiges Finanzamt.

Das Fazit

Bewerbungskosten absetzen ist kein Geheimtipp — es ist dein gutes Recht. Wer Belege sammelt und sie richtig ansetzt, holt sich einen relevanten Teil der Investition zurück.

Fazit: Investition in die Bewerbung lohnt sich doppelt

Professionelle Bewerbungsunterlagen erhöhen deine Chancen auf ein Vorstellungsgespräch — und die Kosten dafür sind steuerlich absetzbar. Das macht die Investition in einen Bewerbungsservice doppelt sinnvoll: bessere Unterlagen und anteilige Erstattung über die Steuer.

Unser Tipp: Beginne jetzt damit, alle Bewerbungskosten systematisch zu dokumentieren. Lege einen Ordner an (physisch oder digital), sammle Rechnungen, notiere Fahrten — und trage alles in deine nächste Steuererklärung ein. Mehr Informationen zu den Kosten professioneller Bewerbungshilfe findest du in unserem Artikel Bewerbung schreiben lassen — was kostet das?


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Oliver Kellermann

Gründer & Bewerbungsexperte LinkedIn

Oliver entwickelt datengestützte Bewerbungsstrategien und hilft Fachkräften, sich gezielt bei passenden Arbeitgebern zu positionieren.

Zuletzt geprüft: 4. Apr. 2026

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